Regelungen Krankenkassenwechsel Gesetzlich Privat

Bei einem Krankenkassenwechsel können mehrere Hundert Euro pro Jahr gespart werden. Bei einem Bruttoverdienst von beispielsweise 3000 Euro monatlich bedeutet schon ein um 0,1 Prozentpunkte niedrigerer Beitragssatz eine Ersparnis von 18 Euro im Jahr. Bei einem um 1,5 Prozentpunkte niedrigeren Satz sind dies schon 270 Euro. Und die Spannbreite der Beitragssätze ist enorm, sie liegen zwischen 12 und 16 Prozent. Wer mit seiner aktuellen Krankenkasse im oberen Bereich liegt, kann durch einen Wechsel sehr viel Geld sparen. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Mitgliedschaft in der bisherigen Krankenkasse zu kündigen: die ordentliche Kündigung oder die Sonderkündigung bei einer Beitragserhöhung.


Bei einer ordentlichen Kündigung muss der Versicherte mindestens 18 Monate lang Mitglied der Kasse gewesen sein. Der Gesetzgeber möchte damit ein ständiges „Krankenkassen-Hopping“ verhindern, was zu enormen Verwaltungskosten führen würde. Das Sonderkündigungsrecht kann innerhalb der ersten zwei Monate nach der Beitragserhöhung wahrgenommen werden. Die Kündigungsfrist beträgt in beiden Fällen zwei Monate zum Monatsende. Das heißt, wenn beispielsweise die Kündigung am 15. August bei der Kasse eingeht, endet die Mitgliedschaft zum 31. Oktober. Die Kündigung ist formlos, muss aber schriftlich erfolgen. Eine Formulierung wie „von weiteren Anfragen bitte ich abzusehen“ kann helfen, dass die alte Kasse ihr Mitglied nicht weiter belästigt und zum Bleiben zu überreden versucht. Die bisherige Krankenkasse ist verpflichtet, eine schriftliche Kündigungsbestätigung auszustellen. Diese muss zwingend den Vermerk enthalten, dass es sich um eine Kündigung nach „§175, Abs. 4 SGB V“ handelt und muss der neuen Krankenkasse vor Versicherungsbeginn vorgelegt werden. Wichtig ist, dass der Versicherte noch innerhalb der Kündigungsfrist den Aufnahmeantrag an die neue Krankenkasse stellt. Versäumt er dies, bleibt er trotz Kündigung weiterhin Mitglied seiner alten Kasse. Es sollte nicht vergessen werden, auf dem Mitgliedsantrag alle Familienmitglieder einzutragen, die kostenlos mitversichert werden sollen. Nur so ist sichergestellt, dass alle ihre Versichertenkarte rechtzeitig vor Versicherungsbeginn erhalten.


Normalerweise kümmert sich die neue Krankenkasse dann um die weiteren Formalitäten. Sie schickt dem Arbeitgeber eine Mitgliedsbescheinigung und dem neuen Mitglied die Versichertenkarte zu. Mit seinen Ehepartner mitversichern will und dieser einen anderen Familiennamen hat, muss der Krankenkasse eine Kopie der Heiratsurkunde aushändigen. Auch für mitzuversichernde leibliche Kinder, die den Familiennamen des Ehepartners haben, muss eine entsprechende Bescheinigung vorgelegt werden. Sind beide Ehepartner bei verschiedenen Kassen selbst versichert, kann gewählt werden, bei welcher Kasse die Kinder mitversichert werden sollen. Da die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen weitestgehend identisch sind, bringt ein Wechsel in eine günstigere Kasse nur selten Nachteile. Generell gilt: wer mit seiner bisherigen Kasse gute Erfahrungen gemacht hat, diese einen guten Service bietet und sich öfters kulant bei der Bezahlung von speziellen Behandlungen (z.B. Alternativmedizin) gezeigt hat, sollte wegen ein paar Euro Ersparnis im Jahr der alten Kasse eher treu bleiben. Bei größeren Beitragsunterschieden zwischen der aktuellen Kasse und einer günstigeren, die ähnlichen Service bietet, sollte ein Wechsel überlegt werden. Nicht zuletzt ist entscheidend, wie wichtig dem Versicherten die persönliche Beratung vor Ort ist und ob diese einen höheren Beitragssatz rechtfertigt. Gerade Krankenkassen ohne breit gestreutes Filialnetz bieten sehr günstige Beiträge. Aber nicht nur die Beitragssätze sollten verglichen werden, sondern auch eventuelle Bonusprogramme. Durch die Teilnahme an Gesundheitsaktivitäten, wie z.B. regelmäßiger Besuch des Fitness-Studios, wird ein Teil der Beiträge zurückerstattet.

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