Anlage in Tagesgeld und Festgeld zu sicheren Zinsen

Die Deutschen sind ein sehr sparsames Volk, das ist keine Frage und sie sind aber auch sehr konservativ. Dieses konservative Wesen erschließt sich meist allerdings nur Kennern der Finanzbranche, denn sie wissen, dass noch mehr als drei Billionen Euro auf Sparbüchern und vergleichbaren Konten versauern. Das Wort „versauern“ ist in diesem Fall absolut treffend, denn bei ca. 1,5% Zinsen, die man auf einem Sparbuch bekommen kann und einer jährlichen Währungsinflation von ca. 1,7% vermehrt sich das Geld überaus umgekehrt proportional, anders ausgedrückt, es wird weniger.


Dass dies aber nicht im Sinne des Erfinders sein kann und auch nicht wirklich Sinn macht, erkennen in den vergangenen Jahren zunehmend mehr Menschen. Die Banken heizen diesen Trend durch massive Werbekampagnen im Bereich der Tagesgeldkonten und im Bereich des Festgeldes zudem immer weiter an. Um aber klären zu können, wie sinnvoll ein Tagesgeldkonto oder auch Festgelder wirklich sind, müssen zuerst einmal die Begriffe an sich definiert werden: Tagesgeld: Beim Tagesgeld handelte es sich in früheren Tagen um einen reinen Interbankenmarkt. Stellt eine Bank am Ende eines Geschäftstages fest, dass ihre liquiden Mittel sich dem Ende neigen, hat sie genau zwei Möglichkeiten, sie leiht sich Geld von der entsprechenden Zentralbank oder aber von einer anderen Bank. Diesen Markt des gegenseitigen Geldverleihens zwischen den Banken bezeichnet man dabei als „Geldmarkt“. Würde die Bank sich das Geld bei der Zentralbank leihen, müsste sie für den Kredit einen Zins zahlen der stets neu festgelegt wird, in Europa den EURIBOR. Besorgt sich diese Bank das Geld aber auf dem Geldmarkt, zahlt sie einen Zins, der ein wenig geringer ausfällt. Für den Privatanleger ist der Geldmarkt erst seit einigen Jahren geöffnet nachdem einige Banken sich überlegt haben, dass es geschäftstüchtig wäre, die Gelder der Privatanleger ebenfalls dem Geldmarkt zur Verfügung zu stellen. Die Zinsen, die hier mit dem Geld generiert werden können, sind in der Regel recht anständig. Der Kunde erhält nun zwar nur einen Teil der erwirtschafteten Zinsen, besser als auf dem Sparbuch ist die Rendite aber allemal. Grundsätzlich haben private Anleger zwei Möglichkeiten, Ihr Geld auf dem Geldmarkt anzulegen, mit einem Geldmarktkonto oder mit einem Geldmarktfonds. Beide Varianten bringen in etwa ähnliche Erträge.


Das Geld der Anleger ist während der gesamten Transaktionen auf dem Geldmarkt absolut sicher, da es zu keinem Zeitpunkt mit dem Eigenkapital der Banken in Berührung kommt. Nur weil eine Bank sich Geld aufnimmt, heißt das nämlich noch lange nicht, dass sie finanzielle Schwierigkeiten hat, es zeigt lediglich, dass die Planung für die Liquiditätsabflüsse dieses einen Tages nicht korrekt war. In der Regel ist das schon am nächsten Tag vollkommen anders. Während aller Transaktionen ist das Geld der Anleger über so genannte Anlagensicherungsfonds abgesichert. Festgeld: Beim Festgeld legt der Anleger, wie der Name schon sagt, sein Geld fest – und zwar für einen vorher definierten Zeitraum. Je länger dieser Zeitraum ausfällt, desto höher sind natürlich auch die Zinsen, denn die Planungssicherheit der Bank steigt hier natürlich auch an. Festgelder gibt es grundsätzlich in zwei verschiedenen Varianten, „ausschüttend „ oder „aufzinsend“. Bei der ersten, der ausschüttenden Variante, bezahlt ein Kunde sein Geld ein, bekommt die Zinsen aber monatlich oder jährlich, je nachdem wie es vereinbart ist, ausbezahlt. Diese Variante ist vor allem bei Privatiers sehr beliebt, die dann von den Zinsen leben, auf die Verfügbarkeit des Kapitals aber keineswegs angewiesen sind. Sowohl beim Tages-, wie auch beim Festgeld, sind die Zinsen deutlich höher als bei einem herkömmlichen Sparbuch – ein Risiko, wie viele Anleger immer befürchten, gibt es jedoch bei beiden Varianten nicht. Ob der minimale Zinsunterschied zwischen einem Tagesgeldkonto und einem Festgeldkonto mit mittlerer Laufzeit jedoch die enorme Einschränkung der gebundenen Mittel rechtfertigt, ist eine sehr heikle Frage und wird nur allzu oft mit „Nein“ beantwortet. Viele Gelder wandern daher auch aus Festgeldkonten in Tagesgeldkonten hinein.

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